Bose Ultra Open Earbuds im Test: Endlich Open-Ears mit Bass? (2024)

In Kürze
Während die innovative Bauform und der Tragekomfort überzeugen, lässt der Sound in puncto Genauigkeit und Klarheit etwas zu wünschen übrig. Ein präsenter Bass sorgt mithilfe des Equalizers aber für ein – besonders im Open-Ear-Sektor – beachtliches Klangvolumen.

Vorteile

  • Hoher Tragekomfort
  • Komplett transparent
  • Präsenter Bass trotz Open-Ear

Nachteile

  • Ungenauer Klang
  • Verzerrt bei hohen Lautstärken
  • Kein Multipoint

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Open-Ear-Kopfhörer scheinen sich langsam aber sicher zum neuen Trend zu mausern. Jetzt betritt Bose den Ring und steuert mit den Bose Ultra Open Earbuds ein Modell bei, das jedenfalls optisch seine Zielgruppe finden dürfte. Ein Pre-Release in Kooperation mit dem Modelabel Kith unterstrich den Fashion-Anspruch der Ultra Open Earbuds nämlich schon im Vorhinein. Wie das reguläre Modell im Praxistest abschneidet, erfährst du hier.

Die neuen Bose Ultra Open Earbuds gibt es jetzt bei MediaMarkt:

Egal, ob sie auf Knochen- oder Luftschall setzen – Kopfhörer, die deine Ohren bei der Benutzung frei halten, haben bisweilen noch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Sei es der mäßige Tieftonbereich oder die fehlende Genauigkeit der Mitten und Höhen, irgendeinen Kompromiss scheinen Modelle wie die Huawei FreeClip oder die Shokz OpenFit immer eingehen zu müssen. Bose verspricht für die Ultra Open Earbuds satten und immersiven Sound und setzt dafür auf eine Bauform, die den FreeClip stark ähnelt.

Du möchtest dir vor unserem Test noch einen Überblick über die besten In-Ear-Kopfhörer verschaffen? Dann wirf einen Blick auf unsere Bestenliste:

Bose Ultra Open Earbuds im Klangtest: Bass fürs offene Ohr

Halten die Open Ultra Earbuds diese Versprechen? Jedenfalls teilweise, so viel sei vorweggenommen. Der erste Eindruck bleibt allerdings – im direkten Vergleich zu regulären In-Ear-Kopfhörern – eher ernüchternd. Während wir bei niedrigeren Lautstärken noch ein relativ akkurates und harmonisches Klangbild wahrnehmen, verzerren bei zunehmender Lautstärke besonders Mitten und Höhen.

Das raubt dynamischem Hip-Hop wie etwa Tyler, The Creators Novemberviele Details und macht das Hören eher anstrengend. Auch die Drums im Song werden etwas kratzig abgebildet, drängen aber gleichzeitig in den Vordergrund.

Dafür können die Bose Ultra Open Earbuds in den tiefen Frequenzen etwas mehr Volumen herauskitzeln, als es bei Teilen der Konkurrenz der Fall ist. Die Open-Ear-Kopfhörer klingen hier deutlich voller und leiden weniger unter der Ungenauigkeit in höheren Lautstärken. David Augusts basslastiges LIFE OF MERISI klingt so etwas detaillierter, als wir es erwartet hätten. Einen vollen und dynamischen Bass darfst du im Vergleich mit gewöhnlichen In-Ear-Kopfhörern trotzdem nicht erwarten, dafür fehlt hier schlichtweg die notwendige Versiegelung des Resonanzraumes im Ohr.

Möglicherweise hängt damit auch die ansteigende Ungenauigkeit bei höherer Lautstärke zusammen. Der Schall kann schließlich nur bis zu einem gewissen Grad gezielt in den Gehörgang gelenkt werden und verliert sich bei höherer Intensität mehr im Raum. Die Abschirmung nach außen ist trotzdem in Ordnung, der Schallverlust nur geringfügig höher als bei anderen In-Ear-Kopfhörern.

Was den Hörgenuss mit den Bose Ultra Open Earbuds schmälert, ist ein leichtes Hintergrundrauschen, das sich im Test etwa bei Podcasts und klassischer Klaviermusik bemerkbar macht. In der Intensität ist es vergleichbar mit dem Rauschen, das bei einigen In-Ear-Kopfhörern mit Noise Cancelling im ANC- oder Transparenzmodus auftritt.

Teilweise hält das Rauschen auch nach Abschalten der Musik kurz an, lässt aber in der Regel schnell nach. Du kannst die Kopfhörer bei pausierter Wiedergabe also ohne Störgeräusche im Ohr behalten. Zum Zeitpunkt des Tests wurden noch regelmäßig Software-Updates für die Ultra Open Earbuds bereitgestellt. Sollten die Probleme behoben werden, merken wir das hier im Test an.

Reichlich Sound-Einstellungen in der App

Gerade bei Open-Ear-Kopfhörern bietet sich eine persönliche Anpassung des Sounds in der Regel an. Die größere Anfälligkeit für Ungenauigkeiten und die Entfernung zum Gehörgang empfehlen eine Feinjustierung der Frequenzen nach eigenem Gusto. Die Bose-Music-App, verfügbar für iOS und Android, bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten.

Zuerst probieren wir immersives Audio aus, das in einem statischen („Unbewegt“) und einem dynamischen („Bewegung“) Modus verfügbar ist. Beide Modi sollen dem Sound mehr Räumlichkeit geben, die gerade bei Open-Ear-Kopfhörern gern Mangelware ist. Der dynamische Modus soll zusätzlich über Headtracking die Position und Bewegung des Kopfes einbeziehen.

Wir fangen mit dem ruhigen Jesus Christ von Brand New an und nehmen tatsächlich eine geweitete Klangbühne wahr, die das Stück atmosphärischer macht. Auch bei Mogwais deutlich dichterem Song Donuts kaschiert der Immersionsmodus effektiv, dass die Earbuds eigentlich etwas vom Gehörgang entfernt sitzen. Der dynamische Modus sorgt bei zu schnellen Bewegungen aber schnell für Desorientierung, weil die Ausrichtung nicht richtig hinterherkommt.

Ansonsten bietet die App einen Equalizer, über den du Höhen, Mitten und Tiefen anpassen kannst. Dieser hilft jedenfalls dabei, dem Sound auch in höheren Lautstärken etwas mehr Balance zu spendieren. Leider lassen sich hier keine eigenen Presets – zum Beispiel für einzelne Genres – einstellen. Du kannst zwar Hörprofile fürs Laufen oder Lernen anlegen, diese beziehen sich aber lediglich auf den gewählten Immersionsmodus.

Bose Music: Das kann die App sonst noch

Beide Earbuds verfügen über jeweils eine relativ große, runde Taste am hinteren Teil der Kopfhörer. Diese ist gut zu erreichen und lässt dich die Wiedergabe steuern, Anrufe annehmen und den Immersionsmodus wechseln. In der App lässt sich nur das sogenannte Shortcut personalisieren, welches du durch langes Drücken auf die jeweilige Taste aktivierst. Hier kannst du beispielsweise deinen Sprachassistenten ansteuern oder die Bluetooth-Quellen wechseln.

Dieses Wechseln der Bluetooth-Quellen ist nicht gleichbedeutend mit Multipoint. Du kannst in der Bose-Music-App unterschiedliche Bluetooth-Quellen anlegen und mithilfe des Shortcuts zwischen ihnen wechseln, die Ultra Open Earbuds trennen aber jedes Mal ihre Verbindung mit dem aktuellen Gerät, um sich mit der neuen Quelle zu verbinden. Multipoint wird nicht unterstützt.

Bluetooth: Qualität und Codecs

Bei den Bluetooth-Codecs setzt Bose auf aptX Adaptive, SBC und AAC, wobei besonders ersterer geringe Latenzen und eine Audioqualität verspricht, die sich stetig der Verbindungsqualität anpasst. Zudem ist der Bluetooth-Standard Bluetooth 5.3 an Bord. Störungen in der Verbindung oder Probleme bei der Kopplung nehmen wir im Test nicht wahr.

Bose Ultra Open Earbuds: Das leistet der Akku

Ohne zusätzliche Aufladung kannst du die Bose Ultra Open Earbuds knapp 7,5 Stunden am Stück benutzen. Bei eingeschaltetem immersivem Audio reduziert sich die Akkulaufzeit auf 4,5 Stunden. Das Ladecase versorgt die Earbuds mit 19,5 zusätzlichen Stunden, sodass du insgesamt auf knapp 27 Stunden ohne immersives Audio kommst. Geladen wird das Ladecase über einen USB-C-Anschluss, ein USB-C-Kabel ist im Lieferumfang enthalten.

Das liegt eher unter dem Durchschnitt, genügt aber für die Alltagsnutzung. Wenn du die Ultra Open Earbuds im eingeschalteten und gekoppelten Zustand im Ohr behalten willst, was bei dem offenen Design ja tatsächlich Sinn ergibt, hält der Akku ohne Musikwiedergabe sogar knapp 48 Stunden. 10-minütiges Laden stattet deine Earbuds dank Schnellladefunktion mit genug Akku für zwei Stunden Wiedergabezeit aus.

Ultra Open Earbuds: Transparenz und Telefonie

Bei den Bose Ultra Open Earbuds ist das Ultra nicht nur ein marketingtaugliches Buzzword, sondern wirklich Programm. Die Earbuds sind ultra – also in höchstem Maße – offen, und lassen dich deine Umwelt ungefiltert wahrnehmen. Dafür ist hier kein Transparenzmodus notwendig, weil die Ultra Open Earbuds deinen Hörkanal überhaupt nicht versperren. Du kannst Gesprächen weiterhin lauschen und für Außenstehende ansprechbar bleiben.

Dafür bleibt sowohl passives als auch aktives Noise Cancelling natürlich außen vor. Wenn du Open-Ear-Kopfhörer suchst, dir aber trotzdem Ohropax in die Ohren stecken möchtest, solltest du dir Knochenschall-Kopfhörer wie die Shokz OpenRun genauer ansehen. Hier wird der Schall über deinen Schädelknochen geleitet und kommt auch bei blockiertem Gehörgang beim Hörnerv an. In Telefonaten klingst du mit den Ultra Open Earbuds für das Gegenüber etwas gedämpft, für ein kurzes Gespräch reicht die Qualität aber aus.

Design: Aufrollen, anlegen

Auf den ersten Blick sehen die Bose Ultra Open Earbuds aus wie zwei sehr kleine Schriftrollen aus Gummi. Ein elastisches Gummiband hält die Earbuds in eingerollter Form kompakt und sorgt am Ohr für den nötigen Halt. Dafür wird die dickere Seite der Kopfhörer hinter die Ohrmuschel geklemmt, während die kleine, hakenförmige Seite Richtung Gehörgang ragt. In diesem kleinen Haken ist auch der Lautsprecher versteckt.

Das Anlegen gestaltet sich bei den ersten Versuchen gar nicht so einfach, gelingt mit der Zeit und etwas Routine aber immer besser. Die Kopfhörer fühlen sich dabei etwas locker an, halten aber auch ruckartigen Bewegungen stand. Inwiefern sich der Rollmechanismus mit der Zeit abnutzt, können wir in einem Kurzzeittest noch nicht feststellen. Das Gummiband, welches die beiden Seiten der Earbuds verbindet, könnte aber eine potenzielle Sollbruchstelle darstellen, falls sich das Material abnutzt.

Im Gegensatz zu den Huawei FreeClip, die auf ein ähnlich zweigeteiltes Design setzen, sind die beiden Earbuds nicht symmetrisch aufgebaut. Du solltest vor dem Anlegen also die kleinen Buchstaben auf den einzelnen Ohrhörern beachten.

Auch im Ladecase haben die beiden Earbuds jeweils ihren festen Platz. Beim Design des Cases setzt Bose auf klassisches Schwarz mit Bose-Logo und LED auf der Frontseite.

Fazit: Nischenprodukt mit Potenzial

Bose wagt mit den Ultra Open Earbuds den Versuch, den bekannten bassig-warmen Bose-Klang auf das Open-Ear-Konzept zu übertragen. Davon kommt zwar auch etwas im Ohr an, Klarheit und Balance gehen – vermutlich auch wegen der Bauweise – aber eher verloren. Der Equalizer schafft da etwas Abhilfe und rundet das Klangbild nach Belieben ab. Im Großen und Ganzen klingen die Ultra Open Earbuds wie günstigere In-Ear-Kopfhörer, bieten dafür aber den Komfort eines freien Ohrs.

Und den wissen wir nach längerem Tragen auch zu schätzen. Die Ultra Open Earbuds zwicken nicht und üben keinen unangenehmen Druck auf die Ohrmuschel aus, der irgendwann in Schmerz umschlagen könnte. Als Clip-On-Kopfhörer mit etwas Bass könnte die Nische also schon eng genug dafür sein, dass die Ultra Open Earbuds nicht nur modisch ihre Zielgruppe finden werden – etwa als Zweit-In-Ear-Kopfhörer für den geschäftigen Alltag.

Hier kannst du die Bose Ultra Open Earbuds jetzt schon kaufen:

Technische Daten
Bluetooth-Standard 5.3
Codecs SBC, AAC, aptX Adaptive
Akku-Laufzeit 7,5 Std. / bis 27 Std. mit Ladecase
Schnellladefunktion 10 Min. Ladezeit für 2 Std. Wiedergabe
Noise Cancelling Nein
Wassergeschützt IPX4
Anschlüsse des Ladecase USB-C
Gewicht Hörer: k.A. / Ladecase: 40g
Preis (UVP/Straßenpreis) 349,95 Euro

Du möchtest doch lieber In-Ear-Kopfhörer mit ANC? Dann wirst du in unserer Bestenliste fündig:

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Weiterführende Links:

  1. Huawei FreeClip im Test: Schmuckes Accessoire oder satte Sound-Überraschung?
  2. Shokz OpenFit im Test: Was kann das Open-Ear-Konzept?
  3. Die besten In-Ear Kopfhörer mit Noise Cancelling
Bose Ultra Open Earbuds im Test: Endlich Open-Ears mit Bass? (2024)
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Author: Aracelis Kilback

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